Antiquariat Dieter Zipprich
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Katalog

Unter der Rubrik BÜCHERSUCHE auf dieser Website finden Sie bitte unser gesamtes derzeitiges katalogisiertes Material und können hier rund um die Uhr bestellen, oder Bilder der Sie ansprechenden  Titel anfordern.

Außerdem finden Sie Millionen guter Titel engagierter Kollegen unter folgendem Link: www.antiquariat.de. Diese Plattform wird genossenschaftlich, mit viel Eifer und ehrenamtlichem Fleiß von Antiquaren betrieben und bietet Ihnen eine gelungene Alternative zu den (dem) sattsam bekannten Monopolisten.

 

 Hier unten einige ausgewählte Titel (freibleibendes Angebot):

 

 

Gregorius IX., Papst. Decretales. Lyon, Jacques Marechal alias Rolant für François Fradin, 18.IV.1510. 1 (st. 2) unn., CCCXXIX (st. CCCXXX) num., 14 unn., XVII num., 1 unn. Bll., mit kolorierter Druckermarke auf dem Titel, 1 gr. kolor. Textholzschnitt und vielen schwarzgrundigen Initialen verschiedenen Formats. Holzdeckelband der Zeit mit blindgeprägtem, braunem Lederbezug über 5 Doppelbünden u. abgeschrägten Kanten, 7 (st. 8) ziselierten u. durchbroch. Messingecken, 2 ebensolchen Mittelstücken, 4 Messingschienen a. d. Hinterdeckelkanten u. 2 Schließen (Schließbänder fehlen).                                                                        € 4900.-

 

Baudrier XI, 388 (nicht gesehen); Panzer VII, 295, 161; STC 382; nicht bei Adams. - Auf dem Titelblatt die schöne Marke des François Fradin (Sylvestre 583), der Holzschnitt auf Bl. CCLVII zeigt den Arbor affinitatis. Durchgehend schwarz und rot gedruckt. - Ohne das 2. Bl. mit dem Schluss der Vita Gregorii und das Textbl. CCLVI. Verlegermarke u. Textholzschn. alt koloriert, Text rubriziert. Im Bug oben durchgehend etwas wasserfl., die ersten u. le. Bl. am oberen Rand leicht moderig, sonst überwiegend sauber. Tit. mit altem hs. Vermerk u. Stempel der Ministerial-Bibliothek Uelzen (Niedersachsen), aus der im 19. Jhdt. verschiedene Dubletten veräussert wurden. Einband etwas berieben, Hinterdeckel mit Schabspuren, es fehlen eine Messingecke am Hinterdeckel und die beiden Schließbänder, Rücken etwas spröde, Gelenke angeplatzt, das Holz der Innendeckel mit Abklatsch einstigen Bezugs aus Manuskriptpergamentbll., von denen hinten eines noch erhalten ist (Missalhandschrift d. 15. Jhdts. mit Hufnagelnotation).

 

Josephus, Flavius: Antiquitatum Iudaicarum libri XX. novissimè iam ad vetustissima exemplaria diligenter recogniti, interprete Ruffino. Eiusdem De bello Iudaico libri VII. Contra Apionem libri II. De Machabaeis liber unus, ab Erasmo recognitus. Accesserunt Berosi Babylonij antiquitatum libelli quinq(ue), Manethonis supplementum in Berosum, Metasthenis Persae fragmentum de iudicio temporum & annalium Persarum. - II. Hegesippus, (Pseudo-). De rebus à Iudaeorum principibus in obsidione fortiter gestis, déqu(ue) excidio Hierosolymorum, aliarumq(ue) civitatum adiacentium, libri V. divo Ambrosio Mediolane(n)si episcopo interprete. Eiusdem Anacephaleosis fini operis adiecta est. Köln, Johann Soter für Hittorp, 2.VI.1530. 6 unn., 68 num., 2 unn. Bll., mit Titelbordüre v. Woensam, vierteiliger Textbordüre und einigen Initialen. Köln, Eucharius Cervicornus für Gottfried Hittorp, September 1534. 16 unn., 335 num., 4 unn., 1 w. Bll., mit Titelbordüre v. Anton Woensam v. Worms sowie einigen Initialen und Zierstücken. Fol., Holzdeckelband des späten 16. Jhdts. mit blind- u. goldgepr. braunem Lederbezug., 2 Schließen, gesprenkelter Schnitt.       € 3900.-

 

I. VD 16, J 959; Fürst II, 120; Panzer VI, 428, 739; STC 463; Van der Haeghen II, 37; nicht bei Adams. - Die schöne Titeleinfassung mit den Taten des Herkules (Merlo 433), erstmals im Josephus von 1524 verwendet, findet hier zum zweiten Mal Verwendung. - II. VD 16, H 1254; Adams H 148; Panzer VI, 411, 576; STC, Suppl. 27; nicht bei Beuttenmüller u. Fürst. - Seltene Ausgabe, mit der Vorrede Melanchthons. Auf dem Titel die bekannte Bordüre mit der sterbenden Cleopatra (Merlo 448), erstmals im Basilius von 1523 verwendet. - Titel mit zwei Besitzvermerken des 17. Jhdts., durch Entfernung eines verso aufgeklebten Exlibris etwas gebräunt u. wasserfl., sonst nur wenig gebräunt und kaum fleckig. Der schöne Einband trägt auf beiden Deckeln eine kleine Platte mit dem Sündenfall in Goldprägung, signiert HWV (Haebler I, 484, II: Stuttgart, was von Kyriss mit Bestimmtheit verneint wird), Aufdruck "PAIS / 1598" u. Einzelstempel ebenfalls in Goldprägung, das Gold größtenteils verblichen, - die Rollen in Blindprägung. Etwas berieben u. bestoßen, Rückenenden lädiert, Lederteil des unteren Schließbandes erneuert.

 

Lactantius, Lucius Caecilius Firmianus. Opera. (Beginnt mit: "Lactantii firmiani de divinis institutionibus adversus gentes"). Mit 11 größeren Initialen in Rot und Blau sowie zahlr. kleineren Lombarden und Alinea-Zeichen in Rot oder Blau. Venedig, Andreas de Paltaszichis und Boninus de Boninis, 12. März 1478 [1479]. Rotes Maroquin des 19. Jhs. mit etwas Rückenvergoldung und goldgepr. Deckelvignette. Folio. 212 nn. Bll. (ohne das erste u. letzte w. Bl.). Romanische Type mit griechischen Einsprengseln. 38 Zeilen                                                                                                                                                                                          . € 8500.-

 

Hain/Cop. 9831. - GW M16561. - Goff L 8. - BMC V, 251. - BSB L-8. - Polain 2421. Neunte Ausgabe der Werke. Schöner eleganter Antiqua-Druck, das einzige Buch, das der aus Dalmatien stammende Andreas de Paltaszichis gemeinsam mit Boninus de Boninis gedruckt hat. Mit dem Exlibris des New Yorker Antiquars Walter Goldwater auf dem Innenspiegel. Boninus verlegte seine Druckerei 1481 nach Verona, zwei Jahre darauf ließ er sich in Brescia nieder. - Im Kolophon der vorliegenden Ausgabe steht das Erscheinungsdatum 12. März 1478 sowie weiterhin die Angabe "unter der Herrschaft des erlauchten Dogen Giovanni Mocenigo". Da Mocenigo jedoch nicht vor dem 18. Mai des genannten Jahres das Amt des Dogen einnahm, ist das Erscheinungsjahr vermutlich 1479 und nicht 1478. "Probably 'I' has dropped out at the end of 'LXXVII'." (BMC) - Enthält von Laktanz die Werke: De divinis institutionibus; De ira dei; De opificio dei vel de formatione hominis; De phoenice carmen. Epitome divinarum institutionum [cap. LVI-LXXIII] sowie von Venantius Fortunatus De Resurrectione Christi . - Kopfsteg leicht wasserrandig, vereinz. etw. fleckig, wenige Bll. am Anfang und Ende mit kl. Randläsuren, Lombarden vereinz. etw. verblaßt, Titel mit altem Stempel des Seminars St. Sulpice. Einbd. gering fleckig und berieben. Insgesamt sauberes und breitrandiges Exemplar mit Marginalien von feiner zeitgenössischer Hand.

 

Seneca, Lucius Annaeus: Opera philosophica. 2 Teile in einem Band. Romanische Type, Minuskeln als Lombarden. Venedig, Bernardinus de Choris & Simon de Luere, 5. Oktober 1490. 216 Bll. (I. 3 nn, 147 num Bll.; II. 65 num., 1 w. Bll.). Fol., Holzdeckelband d. Zt. mit breitem Lederrücken (Vorderdeckel u. Teil des Rückens erneuert, Schließen fehlen).                                                                                                                                                                                                          € 5000.-

 

Hain-C. 14593 - Proctor 5213 - BMC V, 464 - Goff S-370 - Graesse VI/I, 347 - Frühe Gesamtausgabe der philosophischen Werke und Briefe, wie immer die Schriften des älteren und jüngeren Seneca zusammengeworfen. Die besondere Bedeutung der vorliegenden Ausgabe liegt darin, daß hier erstmals die bedeutenden "Naturales quaestiones" des Philosophen Seneca im Druck erscheinen; ebenfalls die erhaltenen Teile der "Suasoriae" und "Controversiae" des älteren Seneca. Der zweite Teil die "Epistolae" und die kleine Schrift "De paupertate", die übrigen Werke in sind im 1. Teil vereinigt. Zu den "Naturales questiones" vgl. ausführlich DSB XII, 309 f. - Am Anfang u. Schluß etwas wurmstichig, letzte Bll. etwas fleckig, oberer Schnitt tlw. etwas angestaubt. Auf wenigen Bll. An- und Unterstreichungen von alter Hand, 1 S. mit rubr. Lombarde und Annotationen, auf dem Titel recto alter Namenszug sowie in der Außenecke montiertes Wappenexlibris "Baron de Bellet".

  Titel, die außerdem auf der Antiquariatsmesse 2018 in STUTTGART dabei sein werden:

 

Literatur in schönen Ausgaben

 

1. Andrejew, Leonid: Das rote Lachen. Bruchstücke aus einer aufgefundenen Handschrift. Berlin, Euphorion, 1922. 117 Seiten, 1 Blatt, mit 7 ganzseitigen signierten Radierungen von Magnus Zeller. Gr.-8°, brauner Ganzlederband der Zeit mit Rückenschildchen und Blindprägung auf Rücken und Vorderdeckel, der Vorderdeckel außerdem mit schwarzer Lederintarsie, Kopfgoldschnitt. Signiert "Euphorion Einband Hübel & Denck Leipzig". 850.-

 

Lang 374. – Vgl. Jentsch 128 (Vorzugsausgabe). Eines von 100 numer. Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Büttenpapier und mit den signierten Radierungen. Andrejew beschreibt in seiner erstmalig 1905 in Deutschland veröffentlichten Erzählung die Schrecken des russisch-japanischen Krieges. »Als erklärter Kriegsgegner schildert er in seinen Novellen und Erzählungen den Wahnsinn und Schrecken des Krieges in realistischer Darstellung« (J.). Gering berieben, Hinterdeckel etwas fleckig und mit Druckstelle quer über den Deckel.

 

2. Bauer, Wolfgang, Uwe Bremer, Ali Schindehütte u. a.: Romeo und Julia. Drama in 5 Bildern. Ausgestattet mit 21 Holzschnitten und einer bunten Kulisse von U. Bremer A. Schindehütte J. Vennekamp A. Waldschmidt. München, Hanser, 1969. Folio, Orig.-Halbleinwand, im vorderen Einbanddeckel Ausstanzung mit hinterlegter, drehbarer Scheibe. Einband minimal berieben, mit kl. Kratzspur auf dem Vorderdeckel 200.-

 

Spindler 127/11. - Handdruck aus der Reihe Dr. Carl Hansers Rixdorfer Tiegelhandpressenbuecher, Band No. 2 (von insges. nur 3), von den Künstlern handschriftlich auf den Vorsatzseiten signiert. Enthält 4 zerschnittene Original-Holzschnitte, wodurch 32 Variationsmöglichkeiten entstehen, Ausstanzungen, die Durchblicke auf folgende Illustr. ergeben, mehrere kräftig-farbige Blätter, eine eingeklebte 3-D Postkarte, bedrucktes Tranparentpapier. Aufwendig gestaltetes Künstlerbuch. Gesamtauflage: 300 handschriftlich nummerierte Exemplare, hier die Nr. 42. Gut erhaltenes Exemplar.

 

3. Boccaccio, Giovanni und Romeyn de Hooghe: Contes et Nouvelles. Traduction libre, accommodée au goût de ce temps. 3. édition. 2 Bände. "Köln, Gaillard", 1732. 5 Bll., 366 SS., 5; 1 Bl., 427 SS., 6 Bll. Mit gestochenem Frontispiz, gestoch. Vignette und 100 Textkupfern nach Romeyn de Hooghe. 8°, Leder der Zeit, mit je zwei goldgepr. Rückenschildchen und reicher floraler Rückenvergoldung. Die Vergoldung tls. abgerieben. Kapitale berieben und leicht bestoßen. 650.-

Weller, Druckorte, II, 67 (gibt Holland an). Landwehr 88. Sander 181. Die erste Ausgabe erschien 1697. Schön illustrierte Ausgabe, "dont les figures sont nouvellement gravées par les meilleurs maîtres sur les desseins de Mr. Romein de Hooghe" (Titel). – Jacques Gaillard ist weder Gruys und de Wolf noch Paisey bekannt. – Leicht gebräunt und fleckig.

 

 

4. Burns, Robert und William Jacks: Robert Burns In Other Tongues. A Critical review of the Translations of the Songs & Poems of Robert Burns. Herausgegeben von Willam Jacks. Glasgow, James MacLehose and Sons, 1896. 1 Bl., XVIII, 1 Bl., 560 SS., 2 Bll. weiß. Frontispiz (Portrait Burns´), 14 Tafeln mit Portraits nach Fotografien und faksimilierten Signaturen. Feiner Maroquin-Einband mit reicher Pointillé-Vergoldung auf Rücken, Deckeln, Stehkanten und Innenspiegeln. Moirée-bezogene und marmorierte Vorsätze. Goldschnitt. Einband signiert mit Maclehose, Clasgow auf dem Vorsatz. In full morocco binding with gilt stamped detailing to the boards, edges and spines. Signed binding by Maclehose of Glasgow, stamp to verso of front endpaper. 450.-

Der meisterliche Einband in gutem Zustand. Die Portraits mit etwas Abklatsch auf der gegenüberliegenden Textseite. Wohlerhaltenes Exemplar.

 

 

5. Chamisso, Adelbert von: Peter Schlemihl's wundersame Geschichte. Dritte Auflage. Mit 9 Kupfertafeln nach G. Cruikshank u. a. Späterer dunkelgrüner Maroquin im Stil der Zeit mit Rückenvergoldung und goldgepr. Deckelfilete mit Eckfleurons im Schuber. 8°. 142 S., 1 Bl. Nürnberg, J.L. Schrag, 1835. 500.-

Dritte Ausgabe. - Gegenüber der ersten und zweiten Ausgabe (1814 und 1827) um einige Kupfer vermehrt. Die vorliegende 3. Ausgabe bringt zum ersten Mal das Einleitungsgedicht "An meinen alten Freund Peter Schlemihl". Sämtliche Kupfer mit figürl. Umrandungen in wechselnden Farben mit Szenen aus dem Schlemihl. "Das Titelkupfer ist umgezeichnet; von den Cruikshankschen Kupfern sind die gleichen wie in der 2. Auflage wiedergegeben, die dort fehlenden Nummern (2. 3.) sind durch andere Stiche (von P. C. Geissler) ersetzt" (Rath). - Teils geringfügig fleckig, 3 Bll. mit schwachem Wasserfleck. Goedeke VI, 148, 14c. - Rath, Bibl. Schlemihliana 4. - Brieger 324.

 

 

6. (Choderlos de Laclos, Pierre-Ambroise-Francois):

Les Liaisons Dangereuses. Lettres recueillies dans une société et publiées pour l´instruction de quelques autres. 2 Bände. London, o. Dr., 1796 (= Paris um 1812). Mit 2 gestochenen Frontispizes und 13 Kupfertafeln. 415 SS.; 2 Bll., 398 SS. Leder der Zeit mit je zwei goldgepr. Rückenschildchen, Rücken- und Stehkantenvergoldung, marmorierte Vorsätze. Rückenvergoldung etwas verblichen. Ecken und Kanten etw. berieben. 690.-

Seitengleicher Nachdruck der zweiten illustr. Ausgabe von 1796, zu erkennen an der Wellenlinie unter "Londres".– Cohen-R. 236. Sander 356. Lewine 110. – Mit den schönen, hier von Delvaux überarbeiteten Kupfern nach Gérard, Fragonard und Monnet. Aus der Bibliothek des Frederic-Edward Sotheby, Ecton Hall, mit dessen Wappen-Exlibris. Etwas gebräunt und fleckig.

 

 

 

7. Dante Alighieri: Göttliche Comödie. Übertragen von Philaletes. 3 Bände. Hochwertiger Pressendruck in limitierter Auflage. München, Hans von Weber, 1914 - 1916. 2 weiße, 2 unn. Bll., 189 SS., 1 Bl.; 2 weiße, 2 unn. Bll., 196 SS.; 2 weiße, 2 unn. Bll., 191 SS. 4°. - 29:19,5 cm. Private neuere Halbmaroquinbände. 700.-

5. Hyperiondruck. - Eines von 400 numer. Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtaufl. 500). Die ersten 16 Seiten in Band 2 etwas stockfleckig. Ganz vereinzelt weitere minimale Bräunungen auf den Anfangs- oder Schlußblättern. Sonst schönes, Exemplar. - Unbeschnitten.

 

8. Goethe, Johann Wolfgang von: Lieder. "Die Stundenbücher 2". Darmstadt, Ernst Ludwig Presse (für Kurt Wolf)., 1920. 135 SS., 3 Bll. 8°, original dunkelblauer Maroquinband mit geometrischer Rücken- Deckel- und Innenkantenvergoldung, dreiseitiger Goldschnitt. Handmarmoriertes Vorsatzpapier. Entwurf von Emil Preetorius. 800.-

Rodenberg 77; Stürz 28. Zweites "Stundenbuch", in 350 Exemplaren auf der Ernst Ludwig Presse für Kurt Wolff hergestellt, gleichzeitig der umfangreichste Band der Reihe. Die Stundenbücher wurden von Chr. H. Kleukens eigenhändig gesetzt und gedruckt (mit Signet der Ernst Ludwig-Presse). Beide Deckel oben mit jeweils einer ca. 5 cm langen, leichten Druckstelle im Leder.

 

9. - Ders.: Das Abenteuer. Zwei Briefe aus der Schweiz. Radiert von Lukas van Hoger. Opus 1. Amsterdam ( = Berlin ), Privatdruck, 1922. 8 n.n. Bll. Text, sign. radiertes Titelblatt, 7 weitere signierte und numerierte erotische Radierungen unter Passepartouts von Lukas van Hoger ( = Fritz Janowski ). Der Text in Kurrentschrift lithographiert. 8°, Orig.-Halbpergamentband, lithographisch illustr. Deckel. 450.-

Rodenberg 326. Hayn-Gotendorf IX; 243. Zu "Lukas van Hoger" siehe Katalog der Goethe-Bibliothek Dorn, Bd. I, 503. Eines von 40 numerierten Exemplaren, die Radierungen signiert und numeriert und unter Passepartout eingebunden. Die Deckel an den Rändern tls. etwas gebräunt, Gut erhalten. Selten!

 

10. Hebbel, Friedrich und Alois Kolb: Die Nibelungen. Mit 44 Original-Radierungen von Alois Kolb. Leipzig, Karl W. Hiersemann 1924. Mit 44 (15 ganzseitigen und signierten) Orig.-Radierungen von Alois Kolb. 3 nn. Bl., 274 S., 1 nn. Bl. 33 x 25,5 cm. Orig.-Halbpergamentband (etwas fleckig) mit goldgeprägtem Rückentitel. Eins von 450 numerierten Exemplaren. 900.-

Thieme-Becker XXI, 220 f. Von Odysseus bis Felix Krull, 2/12. - Gedruckt in der Offizin Poeschel & Trepte, Leipzig. Druck der Radierungen in der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig und bei O. Felsing, ebenda, jeweils auf der Handpresse. - Alois Kolb (1875-1942) war Lehrer an der Leipziger Akademie. “Kolb versucht die Figuren ihres ritterlichen Glanzes zu entkleiden und sie als von barbarischer Leidenschaft und maßlosen Emotionen Getriebene zu interpretieren” (Popitz in Odysseus). - Mitunter schwacher Abklatsch der Illustrationen auf der gegenüberliegenden Seite. Vorsatz materialbedingt gebräunt. - Ordentliches Exemplar. Beiliegend drei handschr. Briefe und eine doppelseitig beschr. Postkarte von A. Kolb: An Herrn Dr. Gradmann, gedruckter Briefkopf. Leipzig, 24.I.1926. An einen unbekannten Adressaten, gedruckter Briefkopf. Leipzig, 15.XII.1931. An Herrn Hofrath (Gradmann?)..., gedruckter Briefkopf. Leipzig, 2.III.1932. An Herrn Dr. Gradmann, gedruckter Briefkopf. Leipzig, 20.V.1932".

 

11. (Helwig, J., auch Hellwig): Die Nymphe Noris in zweyen Tagzeiten vorgestellet; ... durch einen Mitgenossen der Pegnitz Schäfer etc. Nürnberg, Dümler, 1650. Mit gestoch. Titel und 4 Kupfertafeln. 3 Bll., 197 SS., 1 Bl. 4°, Pergament der Zeit, handschr. Rückentitel. Rücken leicht beschädigt. 1.400.-

Erste Ausgabe. Wolfskehl 191. Goed. III, 112, 58, 2. FdF 556: "A typical Schäfferey." – Nicht bei Jantz. J. Helwig (* 1609 in Nürnberg; † 1674 in Regensburg), Dichter und Arzt, studierte in Altorf, Basel und Montpellier Medizin, 1634 in Padua promoviert, arbeitete als Hospitalarzt in Nürnberg und ab 1649 als Leibarzt des Bischofs von Regensburg. Unter dem Namen „Montano“ trat er 1645 dem Pegnesischen Blumenorden bei. Hier Johann Helwigs Hirtendichtung über Nürnberg und seine Geschichte, Nürnbergs berühmte Familien und den Pegnesischen Blumenorden, angereichert durch Gedichte von Harsdörffer und Klaj. – Ganz im Zeitgeschmack sind die Bildgedichte, die durch Verslänge und Druckanordnung verschiedene Motive bilden: Haus, Vase, Krone, Brunnen, Schmetterling etc. – Die Kupfer zeigen einen barocken Triumphbogen, einen idyllisch gelegenen Musentempel und die Wappen der Nürnberger Patrizierfamilien. – Der gestoch. Titel verso mit alter biographischer Notiz zum Autor mit der Nennung seines Gesellschaftsnamens im Pegnesischen Blumenorden; gleichmäßig leicht gebräunt, sehr selten.

 

12. (Herdegen, Johann): Historische Nachricht von deß löblichen Hirten- und Blumen-Ordens an der Pegnitz Anfang und Fortgang, biß auf das durch Göttl. Güte erreichte Hunderste Jahr, mit Kupfern geziert, und verfasset von dem Mitglied dieser Gesellschafft Amarantes (d. i. Johann Herdegen). Nürnberg, Christoph Riegel 1744. Mit gestochenem Frontispiz und 3 (2 gefalteten) Kupferstich-Tafeln. 16 nn. Bll., 950 SS., 9 nn. Bll. 8° (18 x 11 cm). Halbpergamentband der Zeit mit handschriftlichem Rückentitel und Buntpapierbezug. 900.-

Goedeke III, 18. Holzmann-Bohatta III, 6010. Dünnhaupt I, 17. VD18 10215123. - Erste Ausgabe. - Wichtige Quellenschrift über die 1644 von Georg Philipp Harsdörffer und Johann Klaj in Nürnberg gegründete Sprach- und Literaturgesellschaft “Hirten- und Blumenorden an der Pegnitz”. Johann Herdegen (1692-1750) war ab 1732 Sekretär der Gesellschaft. - Die Kupfer zeigen u. a. den “Prospect des weitberühmten Nürnbergischen Irrgarten” in großer Darstellung und das sogenannte “Poeten-Wäldlein” mit der Nürnberger Stadtkulisse im Hintergrund. - Vorsatz mit kleinen Notizen, Innengelenke verstärkt. Nur schwach gebräunt und vereinzelt minimal fleckig. - Insgesamt schönes Exemplar.

 

13. (Hurtado de Mendoza, Diego): Aventures et Espiègleries de Lazarillo de Tormes. Nouvelle édition. 2 Bände. Paris, Didot, 1801. Mit gestoch. Frontispiz und 39 Kupfertafeln von Nicolas Ransonnette. VIII, 154 SS.; 2 Bll., 182 SS. Pappe der Zeit in mod. Papp-Schuber (leichte Gebrauchsspuren). 650.-

Brunet III, 385. Schön illustrierte Ausgabe des bekannten Schelmenromans. Die oft übermalte Tafel mit der Kastrationsszene hier in einem erfreulich guten Zustand. – Unbeschnitten, minimal fleckig.

14. Fontaine, Jean de la: Fables Choisies. Mises en vers par Monsieur De La Fontaine. Et par lui revues, corrigées & augmentées de nouveau. (5 parts in 1) 5 Teile in einem Band. Amsterdam, Zacharias Chatelain, 1728. 2 Frontispices (Porträt des Autors von B. Picart und allegorische Musendarstellung mit dem Autor inmitten, von Romeyn de Hooghe), eine Titel-, zwei Kopfvignetten, Titel in rot/schwarz, 19 Bll., 123 SS., 2 Bll., SS. 141 - 268. 1 Bl., 117 SS., 2 Bll., SS. 119 - 233, 2 Bll., 123 SS., 1 Bl. Kl.-8°, etw. späteres Pergament, Vorsätze erneuert 2.000.-

(Fabula Docet 49; Landwehr, Emblem and Fable Books F 129; Sander 1061). Komplett in 5 Teilen (various paginations) 240 halbseitige Kupferstiche von Henry Cause, viele nach Chauveau. Neue Ausgabe der Fabeln mit der berühmten Kupferstich-Serie von Henrik Cause.

 

15. Leroy, Maurice: Les Evangiles des Quenouilles. Illustrés Par Quarante Quatre Pointes Sèches Originales de Maurice Leroy. La Tradition, Edition Paul Durupt, 1948. 143 (1) pages, 3 pp n.n., 44 pages (la suite), 2 pp. blancs, la brochure originale relié avec, gardes de couleur vert marbrées. 600.-

In-4°, reliure plein chagrin maron avec un cliché en cuivre assemblé sur plat. 44 pointes-sèches originales en noir de Maurice Leroy, tirées en taille-douce. Tirage limité à 300 exemplaires, un des 44 avec une suite des pointes-sèches avec remarques et un dessin original. Ce recueil constitue une source ethnologique et historiographique pour l'étude du folklore médiéval européen. Le récit raconte les propos de six femmes dites « sages doctoresses et inventeresses » qui se retrouvent à l'occasion de 6 veillées nocturnes. Elles abordent tour à tour divers sujets de discussion comme les maladies, les remèdes, les recettes, les dictons, les conseils et enfin les interdits de la vie quotidienne. L'ouvrage connut un grand succès tout au long du XVIe siècle".)

 

Condition: Dos avec une tache brune dans le cuir, la couverture du second plat colorée partiellement verte (par les couleurs des gardes marbrées?) Quelques pages un peu froissées. Bel exemplaire.

 

16. Michaux, Henri: Mouvements. 64 Dessins. Un Poème. Une Postface. Le point du jour, Paris nrf, 1951 (qqs rouss. ou piqûres au début et à la fin). Reproductions de dessins choisis par René Bertelé; expl. non num. marqué "H.C." sur vélin Téka. 400.-

 

Beiliegt: Plus: Michaux, Henri: Par la Voie des Rythmes. (Montpellier), Fata Morgana, 1974. Recueil de dessins. Un de 2000 exemplaires. In-4° broché, couverture blanche illustrée, non paginé, constitué de dessins de l'auteur en pleine page et sans texte, exemplaire non justifié, bon état.

 

17. - Ders. : L´Infini Turbulent. Mercure de France, 1957 In-4° broché, couverture blanche, 152 pages, illustré de 11 dessins. Edition originale. Tirage total à 1550 exemplaires. L' un des 1500 exemplaires numérotés (Nr. 185) sur vélin blanc, bon état.     350.-

Sehr gut erhaltenes, nummeriertes Exemplar (Nr. 185 von 1550). Michaux´ unter Drogeneinfluß verfasstes und zeichnerisch gestaltetes Buch enthält 11 ganzseitige s.w. Reproduktionen. Plus: es lieget bei: ders.: Misérable Miracle (La Mescaline). Avec 48 gravures hors texte de l´auteur. Monaco, Editions du Rocher, 1956. In-4 broché de [10]-122-[4] pages, couverture imprimée rempliée. Avec 48 gravures hors texte de Henri Michaux. Edition originale, un des 1500 exemplaires numérotés (622) sur Roto Blanc Aussédat. exemplaire en bon condition, malgré la couverture un peu bruni. In gutem Zustand, Einband etwas gebräunt.

 

18. Molière, Jean Baptiste Poquelin, de und Moreau le Jeune: Oeuvres de Molière, avec des remarques grammaticales; des avertissemens et des observations sur chaque piéce, par M. Bret. 6 Bände, (6 volumes). Paris, Libraires Associés, 1788. Mit 6 gestochenen Titelvignetten, gestoch. Porträt und 33 Kupfertafeln nach J.-M. Moreau le Jeune. 8°, geglättetes Leder der Zeit über 5 Bünden, je zwei goldgepr. Rückenschildchen, reiche Rückenvergoldung und goldgepr. Fileten auf den Deckeln, marmorierter Schnitt. 1.800.-

Cohen-R. 719: “Bonne réimpression.” Sander 1373. - Der erste und beste von drei Nachdrucken der Originalausgabe von 1773. Belle réimpression de l'édition de 1773. Fameux portrait de Molière gravé par Cathelin d'après Mignaud, 6 fleurons de titre et 33 figures à pleine page de Moreau Le Jeune. Gering fleckig. Sehr dekorative Reihe. Belle reliure, en bon état. Quelques traces d´usage et très peu tachée.

 

19. (Nicolai, Carl Friedrich): Das Leben und die Meinungen des Herrn Magister Sebaldus Nothanker. 3 Bände. Mit 16 (1 wiederholten) Kupfertafeln von Daniel Chodowiecki. Berlin und Stettin, Nicolai, (1775 -1776). 8°, 18,2 x 11,5 cm. Pappbände der Zeit mit hs. Nummerierung auf dem Rücken. 650.-

Goedeke IV/I, 500, 12. Nicolai-Katalog Wolfenbüttel 268. Rümann 818. Engelmann 100-104, 122a, 129-132, 154-158. – Mischauflage (Bände II und III in erster, Band I in dritter Auflage). Abweichend von den üblichen Ausgaben hier das Titelblatt ohne Verlagssignet und das Titelkupfer im Zustand der zweiten statt der dritten Ausgabe. Kalldewey, Lesekabinett 16.318 ebenso ("mit 15 Kupfern selten"). Engelmann 100(!), 101-104, 122, 129-132, 154-158. Die Anzahl der Kupfer ist richtig, Angaben über 21 Kupfer beruhen auf Vermengung verschiedener Ausgaben. "Ursprünglich als eine Satire auf Klotz und Genossen entworfen, wurde der Roman in der Ausführung zu einem breit umfassenden Gemälde des gesellschaftlichen, kirchlichen und literarischen Lebens in Deutschland... Er kämpft gegen die Gleichgültgkeit und Herrschsucht der Großen, gegen dummen Ahnenstolz und die Nachäffung frz. Unsitte beim deutschen Adel, gegen hartherzige Reiche und indolente Genußmenschen, aber auch gegen niederträchtige Hofmeister... er eifert gegen die Schäden des dt. Buchhändlerwesens und Schriftstellertums, gegen die handwerksmäßigen Büchermacher und Übersetzungsmanufakturen" (Muncker in ADB 23,585.). Der reizend illustrierte satirische Roman fand weite Verbreitung und wurde schnell auch in fremde Sprachen übersetzt. – Das Frontispiz zu Band III ist hier zusätzlich auch in Band II eingebunden. Unbeschnitten und breitrandig. – Beigegeben: Derselbe. La vie et les opinions de Maitre Sebaltus Nothanker. Traduit de l'allemand par un ami du héros. 3 Teile in 1 Band. 16,9 x 11 cm. Pappband d. Z. mit hs. RSchild. "Londres" (d. i. Bern) 1774-1777. - Weller, Druckorte, III 196.

 

20. Petrarca, Francesco und Abbé de Sade: (Jacques-François-Paul-Aldonce de Sade): Memoires pour la Vie de Francois Pétrarque, tirés de ses Oeuvres et des Auteurs contemporains; avec des notes ou Dissertations, & les Pièces justificatives ... 3 Bände. Amsterdam, Arskee & Mereus (= Avignon), 1764-67.. 3 n.n. Bll., CXIX (1), 447(1) SS.; 79 SS. / 3 n.n. Bll., XXIV, 495 (1) SS., 82 SS., 1 Bl. / 3 n.n. Bll., 811 (1) SS., 88 SS. Mit 3 wdh. gest. Titel- u. einigen gest. Kopfvignetten. 4°, geglättetes Leder der Zeit, marmorierter Schnitt, goldgepr. Rückenschildchen und reiche Rückenprägung im Fischgrätstil. 850.-

Barbier, III, 234. Erste Ausgabe. - Weller II, 168. Cioranescu 58188. Brunet III, 16o5: "Il y a des exempl. de cet ouvrage dont le titre porte: "Oeuvres choisies de Petrarque", parce qu'en effet on trouve dans ces 3 vol. la traduction de beaucoup de morceaux de ce grand poete". - Breitrandiges, schönes nur stellenweise etwas gebräuntes Exemplar.

 

21. Rupprechtpresse - Bülow, Eduard von (Hrsg.) und Hubert Thomas: Ein Fürstenspiegel. Denkwürdigkeiten des Pfalzgrafen- Kurfürsten Friedrich des Zweiten beim Rhein. (Nach der lateinischen Urschrift und alten deutschen Uebersetzung hrsg. von Ed. von Bülow). Vorzugsausgabe in Pergament. München, Rupprechtpresse, 1918. 5 n.n. Bll. (die ersten beiden weiß), 316 SS., 1 Bl. 4°, (ca. 19, 5 x 24, 5 cm), Orig.-Pergament, Rückentitel goldgeprägt, etwas Rückenvergoldung, zarte goldgepr. Deckelfileten. Signierter Einband der Werkstatt von K. Ebert, München. 1.200.-

Rodenberg 129, 1. – Backe S. 113f. Erstes Buch der Rupprecht-Presse, kriegsbedingt erst 1918 fertiggestellt und ausgeliefert. Die Presse war 1914 von Fritz Helmut Ehmcke in München begründet worden und wählte als Namenspatron den Kronprinzen Rupprecht zu Bayern. Alle Drucke der Presse entstanden unter Verwendung von Schriften, die Ehmcke in den Jahren 1907–1917 entwarf. Typisch für das Erscheinungsbild der Bände waren und sind die marmorierten bzw. farbig bedruckten Buntpapiere, welche für die meisten Exemplare als Bezugspapier der Pappbände verwendet wurden. Bei den nach Entwürfen von Ehmcke durch K. Ebert gebundenen »Vorzugsexemplaren« in Leder, zieren die wunderbaren Papiere die Vorsätze. Eins von 250 Exemplaren. Auf Van Gelder-Bütten. Satz aus der Cicero Ehmcke-Fraktur. Der Text folgt dem lateinischen Original von Hubert Thomas von 1624, das bereits 1629 unter dem Titel »Spiggel des Humors großer Potentaten« in deutscher Übersetzung vorlag. Unbeschnitten, breitrandig. Sehr schönes Exemplar.

 

22. Sachs, Hans: Sehr Herrliche, Schöne und warhaffte Gedicht Geistlich und Weltlich allerley art, als ernstliche Tragödien, liebliche Comödien, seltzame Spiel, Kutzweilige Gespräch, sehnliche Klagreden, wunderbahre Fabel, sampt andern lächerlichen Schwäncken und Bossen ... 5 Bände. Kempten, Krause für H. Kruger, Augsburg , 1612 - 1616. Kl.-4°. Spätere Kalbslederbände mit Rückenschildern u. blindgeprägten Deckelbordüren. 3.000.-

(Goed. II, 420, 31, q. – Weller 6. – Graesse VI, 205). "In Nürnberg singen die Nachtigallen"! Erste Quartausgabe der Werke von Hans Sachs. Enthält Komödien, Tragödien, Fasnachtspiele, Fabeln und Schwänke, geistliche Gedichte u. Sprüche, weltliche u. poetische Historien etc. Titeldruck in Rot u. Schwarz. Gelenke eingerissen, Kapitale bestoßen u. teilweise mit Verlust. – Teilw. stockfleckig. – Titelblatt von Band III im Falz alt ausgebessert, mit wenig Buchstabenverlust. – Teilw. oben etwas knapp beschnitten. – Insgesamt gutes Exemplar der komplett seltenen Ausgabe.

 

23. Scheerbart, Paul: Lesabéndio. Ein Asteroiden-Roman. München, Georg Müller, 1913 (im Jahr der Erstausgabe).. 282 SS., 1 Bl., mit 14 Zeichnungen von Alfred Kubin. 8°, Orig.-Halbpergament, zart marmorierte Einbanddeckel. Rücken und Vorderdeckel leicht fleckig. 180.-

Auf dem Vorsatz eine mehrzeilge handschriftliche Widmung von B. Herzmansky jun. Die Vorsätze fleckig. Sonst von guter Erhaltung.

 

24. Spieß, Christian Heinrich: Biographien der Wahnsinnigen. 4 Bände in 2. Leipzig, o. Dr., 1796. VI, 1 Bl., 208 SS.; 1 Bl., 184 SS. 8°, schlichte Pappe der Zeit, Rückenschildchen. Einbände staubrandig u etw. fleckig, Kanten etw. bestoßen. 900.-

Goedeke V, 507, 22; Hayn/Gotendorf VII, 388. Nachdruck der im Jahr davor ersch. E.A. - Speiß (1755 - 1799), Schauspieler, Dramatiker und Autor von Trivialliteratur, gilt als Mitbegründer des Schauerromans, einer der bekanntesten Autoren seiner Zeit. "Alles war bei ihm wunderbar, übernatürlich, grauslich." Dennoch entbehren offenbar seine Biographien der Selbstmörder, ebenso wie die Biographien der Wahnsinnigen, nicht einer gewissen echten Seelenkunde. Die 4 Bände enthalten die Lebensläufe "wirklicher, nicht erfundener Personen", darunter "Der gläserne Ökonom", "Fritzel mit der roten Mütze", "Das schöne irre Judenmädchen", "Die Törin auf dem Lindenbaum", "Das Hospital der Wahnsinnigen zu P." u.a. - Alter Tintenfleck auf fliegendem Vorsatz, innen vereinzelt etwas fleckig.

 

 

26. Tomasini, Giacomo Filipo: Petrarcha redivivus, integram poetae celeberrimi vitam iconibus aere caelatis exhibens. Accessit nobilissimae feminae Laurae brevis historia. Editio altera correcta & aucta. Cui addidit poetae vita Paulo Vergerio, Aononymo, Iannozzo Manetto, Leonardo Aretino, et Ludovico Beccadello auctoribus. Item, V. C. Fortunii Liceti ad epist. Tomasini de Petrarchae cognominis orthographia responsum. Padua. Paolo Frambotti, 1650. Kupfertitel, 7 Blätter, 270 Seiten, 9 Blätter, mit 16 (14 ganzseit.) Kupfern u. 4 (2 ganzseit.) Holzschnitten. Kl.-4°. - 19:14,5 cm. Brauner Halblederband des frühen 19. Jh. mit Rückenfil. u. Rückentitel. 900.-

Brunet V, 878; Cicognara 1118; Ebert 23029; Libreria Vinciana 3618; Marsand 163. - Verbesserte und vermehrte zweite Ausgabe des erstmals 1635 erschienenen "Libretto pieno di preziose notizie" (Cicognara); die schönen Illustrationen zeigen Porträts, Ansichten und Szenen aus dem Leben des Petrarca. - Etwas knapp beschnitten. Kaum gebräunt oder stockfleckig. Anfangs Reparaturen im Bug. Einband etwas berieben und bestoßen.

 

27. Vaux-le-Vicomte - Fontaine, Jean de la: Corneau. - La Fontaine, Jean de. Le Songe de Vaux & Élégie pour M. Fouquet. Paris, Les Cent Bibliophiles, 1952. Gr.-4°. 109 SS., 2 Bll., mit 37 (11 auf Taf.) Radierungen von Eugène Corneau. Orig.-Umschlag in Plexiglas-Hülle. Dos de veau vieux rose avec titre en or, les plats en plexiglas (le premier transparent, le deuxième en noir), couv. et dos conservés. 900.-

Monod 6737. - Eines von 150 num. Exemplaren für Paul Harth, mit einer zusätzl. sign. Radg. (14/45) nach der Menu-Karte für den 10.XII.1952 sowie mit 20 tls. sign. oder monogr. Bleistiftzeichnungen bzw. -skizzen und 17 Radierungen in verschiedenen bezeichneten Zuständen von dem französischen Landschafts-, Stilleben- u. Figurenmaler, beeinflußt von Cézanne. - Rücken mit altrosa Kalbsleder bezogen, die Deckel aus Plexiglas, vorne durchsichtig, hinten schwarz.

 

28. Wedekind, Frank: Frühlings Erwachen. Eine Kindertragödie. Meisterdramen mit Originalgraphik. Dritter Band. Mit zwölf Steinzeichnungen von Willy Geiger. München, Georg Müller, 1920. 154 SS., 3 n.n. Bll. 4°, Halbpergament, Einbanddeckel mit Marmorpapier, goldgepr. Titelschild, goldgepr. Rsch. 250.-

(Rodenberg, S. 475). Druck auf stärkerem Papier. Als drittes Buch der Reihe "Welttheater" wurde dieses Werk in einer einmaligen numerierten Auflage von 330 Exemplaren im Auftrage des Verlages Georg Müller in München bei W. Drugulin in Leipzig gedruckt. Dieses Exemplar trägt die Nummer 192. Obacht geschätzte Georg-Müller-Sammler: Rücken und Vorsätze, vermtl. auch Deckelbezug geschmackvoll und fachmännisch neu angefertigt, unter Verwendung des alten Rücken- und Titelschildchens. Gutes, sauberes Exemplar.

 

29. (Winkler, Paul von): Der Edelmann. Nürnberg, Christoph Riegel, 1697. 6 n.n. Bll., 810 SS., 13 n.n. Bll. Register (die letzten 2 weiß), mit doppelblattgroßem Frontispiz und 16 Kupfertafeln. Die schönen Kupfer tls. etwas flau im Abdruck. 8°, Halbleder der Zeit über 4 Bünden, etwas verblichene Rückenvergoldung, goldgepr. dunkelrotes Rückenschildchen, Deckelbezüge Kiebitzpapier Rotschnitt. 1.900.-

Goed. III, 260, 57. - Hayn.-Got. II, 100. - ADB Bd. 43 (1898) S. 453 - 455. Nicht bei Dünnhaupt. - Kat. Mannheimer 447 (Ausgabe Lüneburg 1696 mit 15 Kupfertafeln). - Hier die 2. Ausgabe, (erstmals 1696, 10 Jahre nach des Autors Ableben erschienen). Winkler ( * 13. 11. 1630, + 1. 3. 1686), Neffe des Andreas Gryphius. "Scharfe Satire auf den schlesischen Adel. Anonym erschienen, Winkler (auch Winckler, laut ADB nicht und niemals adelig!) war brandenburgischer Rat sowie Präsident in Breslau, trug in der Fruchtbringenden Gesellschaft den Beinamen `Der Geübte´. Die Kupfer sind kulturhistorisch sehr merkwürdig und dabei von hoher Qualität. Gustav Freytag in den 'Bildern aus der deutschen Vergangenheit' zitiert das Buch sehr oft und benutzt es ausgiebig. Der Form nach ist es ein Zeitroman, sicherlich voller Verzierungen und Anspielungen. Teilweise höchst amüsant, mit vielem Talent und noch mehr Bosheit verfaßt" (Kurt Wolfskehl in Kat. Mannheimer). - Die Tafeln in schwächeren Abdrücken "wie in allen Exemplaren" (Hayn-Got.). -Gebräunt und fleckig, handschr. Widmung auf Vorsatz, Notizen auf den hinteren Blättern. S. 139/140 mit ergänzter, abgerissener Ecke, dadurch Textverlust.

 

Geschichte und Landeskunde

30. Beattie, William: Les Vallées Vaudoises Pittoresques, ou vallées protestantes du Piemont, de Dauphiné, et du Ban de la Roche. Traduit de L´Anglais par L. Bauclas. London, Virtue u. Paris, Ferrier, 1838. Gestochenes Porträt von William Beattie, gestochener Titel mit großer Vignette (Villar - Val Pelice), VI, 216 Seiten, 1 Blatt, 70 Stahlstichtafeln, 1 gefaltete gestochene Karte. Gr.-8°, (27,5:20,5 cm). Blauer Halblederband des mittleren 20. Jh. über 4 Bünden mit reicher Rückenvergoldung, Deckelbezüge mit hübschem Marmorpapier. 1.200.-

Mit der Gesamtkarte von Piemont, sowie schönen Ansichten vom Genfer See, Luzern Susa, Turin u.v.a.- Der gestochene Titel bezeichnet: "The Waldenses, or Protestant Valleys of Piedmont and Dauphiny...". Schönes Exemplar. Nur ganz vereinzelt in den Tafelrändern minimal stockfleckig. Seite 175 in der oberen linken Ecke mit schwachem braunem Fleck, eine der Tafeln mit hinterlegtem Einriß, aber nur im Rand. Dekorativ neu aufgebunden. Ex Libris Alexis Bonzon. - Dos orné et doré, reliure moderne (moitié 20. siècle). Première édition française, paru la même année que l'originale anglaise: "The Waldenses or protestant Valleys of Piedmont and Dauphiny".

 

31. (Beer, Johann Christoph): Beschreibung der gefürsteten und sehr mächtigen Graffschafft Tyrol, wie solche von Margaretha, Hertzogin in Kärndten und Gräffin zu Tyrol, Anno 1363 an das höchstlöbliche Ertz-Hauß Oesterreich kommen. 4 Teile in 1 Band. Augsburg, Erben Kroniger und Göbel, 1703. 1 Bl., 216 S.; 120 S.; 1 Bl., 60 (recte: 58) S.; 1 Bl., 101 S. Titel in Rot und Schwarz. Mit 26 Kupfertafeln. Kl.-8° (15x9 cm). Pergament der Zeit (etwas fleckig, eine Schließe fehlt). 2.000.-

 

Nebehay-Wagner 889. Coreth 161. Jöcher I, 909. Holzmann-Bohatta VI, 2448. – Einzige Ausgabe der seltenen Landesbeschreibung Tirols. "Die Ansichten sind Nachstiche nach Merian und Braun-Hogenberg. Das kleine Kupferstichwerk ist äußerst selten und die wenigen Exemplare zumeist noch unvollständig" (Nebehay-Wagner). Der Nürnberger Gelehrte Johann Christoph Beer (1638-1712) veröffentlichte und übersetzte zahlreiche landeskundliche Beschreibungen, darunter Werke über Persien, Ungarn, Schweden, Dänemark, Böhmen, Siebenbürgen usw. Mit hübschen Ansichten von Ambras, Arco, Bozen, Brixen, Bruneck, Hall, Innsbruck, Klausen, Kufstein, Meran, Rovereto, Schwarz und Trient. – Titel leicht fleckig, sonst meist sehr sauber und kaum fleckig. Oben und teils rechts etwas knapp beschnitten, so dass einige Umfassungslinien fehlen, sonst aber wohlerhalten und sehr frisch.

 

 

33. Eckhart, Johann Georg von und Ludwig Scheidt (Hrsg.): De origine Germanorum eorumque vetustissimis coloniis, migrationibus ac rebus gestis... Göttingen, Schmid, 1750. 1 Bl., 448 SS, 21 Kupfertafeln (meist ausfaltbar), 5 Textkupfer (vollst. Expl.) 4°, Pappband mit Kleisterpapierbezug, der Einband bes. am Rücken stärker beschabt. Unbeschnitten. 450.-

(Graesse II-459; # Biogr. univ. XII-219/220). Postume Originalausgabe des Leibniz-Schülers und zeitw. -Mitarbeiters, herausgegeben von Christian Ludwig Scheidt. Geschichte über die Ursprünge der Deutschen. Eckart (1674 - 1730), Historiker, Archivar und Bibliothekar des Hauses Hannover und später der Stadt Würzburg. Die schönen Tafeln zeigen Artefakte, Münzen, Reliefs, Stonehenge, Gräber etc. Schöne Titelvignette, die das Königliche Englische Wappen zeigt.

 

34. Engelmann, Charles: Kreuznach, seine Heilquellen und deren Anwendung. Vierte Auflage. Kreuznach, Voigtländer, 1861. (8°, 21:14 cm). Mit 3 Tafeln u. 2 Karten in Stahlstich. XIV, 1 Bl., 184 SS. Späterer Halbleinwandband. 290.-

Stellenw. etwas stockfleckig; Ränder der Tafeln gebräunt und fleckig. - Dazu: L. Trautwein. Die Soolquellen zu Kreuznach und ihre medizinische Anwendung. Kreuznach 1853. (20,5:13 cm). Mit gefalt. Tabelle. X, 126 S. (Erste Ausgabe, noch ohne die Stahlstich-Tafeln). Original-Pappband, dieser fleckig, Vorderdeckel oben mit handschr. Widmungsvermerk des Verfassers.